Neue Strategien für die industrielle Seeschifffahrt und Häfen

Die Europäische Kommission hat am 4. März 2026 eine neue Strategie für die industrielle Seeschifffahrt und eine neue Hafenstrategie angenommen, um Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit, Dekarbonisierung, Sicherheit und Resilienz im breiteren Wassersektor der EU zu fördern. Die EU-Strategie für die industrielle Seeschifffahrt soll Europas Führungsrolle im Schiffbau und in der maritimen Industrie sichern und gleichzeitig Innovation, hochwertige Arbeitsplätze und Wettbewerbsfähigkeit stärken. Vorgesehen sind unter anderem eine EU-Allianz für maritime Wertschöpfungsketten sowie Forschungs- und Innovationsprogramme, etwa «Werften der Zukunft», zur Entwicklung neuer Technologien wie High-Tech-Schiffe, Offshore-Wind-Unterstützungsschiffe oder Unterwasserdrohnen. Die Strategie will zudem Investitionen in Digitalisierung, Flottenerneuerung und Dekarbonisierung mobilisieren und durch Anpassungen im öffentlichen Beschaffungsrecht zusätzliche Nachfrage schaffen. Die EU-Hafenstrategie zielt darauf ab, europäische Häfen als wettbewerbsfähige, nachhaltige und sichere Drehscheiben für Handel, Energie und Innovation weiterzuentwickeln. Sie sieht Massnahmen zur Förderung von Digitalisierung, Innovation und besserer Integration der Häfen in Verkehrs- und Energieinfrastrukturen vor sowie Leitlinien für ausländische Investitionen und EU-Finanzierungen im Hafenbereich. Zudem sollen Elektrifizierung, verbesserte Netzanbindung und spezielle Entwicklungsstrategien für kleinere und mittlere Häfen den Beitrag der Häfen zur Energiewende stärken. Gleichzeitig will die EU die Sicherheit der Häfen durch stärkere maritime Sicherheitsregeln, Hintergrundüberprüfungen von Hafenpersonal, Kooperation im Bereich Cybersicherheit und eine EU-weite Risikobewertung gegen organisierte Kriminalität und andere Bedrohungen erhöhen.

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Kurzbeitrag aus EuZ 1 / 2022